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Warum wir manchmal einen Hund nicht zur Betreuung annehmen

Ganz offen und frei heraus: Zum Wohle Ihres Hunde können wir in unserer lebhaften Hundegruppe keine Vierbeiner betreuen, die körperlich eingeschränkt sind. Und bevor jemand “Diskrimierung!” schreit: Stellen Sie sich vor, Sie sind schon richtig betagt, können kaum noch etwas sehen, und Ihr Rücken tut Ihnen so weh, dass Sie ständig in Angst leben, jemand könne Sie berühren und Ihnen dadurch unerwartet Schmerzen bereiten. Stellen Sie sich vor, in einem solchen gesundheitlich eingeschränktem Zustand sollen Sie Ihr Enkelkind auf ein Punkrock-Konzert begleiten. Stehplatz, erste Reihe. Um sie herum wird Pogo getanzt. Würden Sie sich in dieser Situation wohl fühlen? Müsste der Veranstalter des Konzerts befürchten, dass Sie verletzt werden?

Nun, diese Schilderung mag etwas übertrieben klingen, gar den Hund vermenschlichend, aber wir machen das mit der Pension jetzt schon eine lange Zeit und haben dabei etliche Stammgäste auch im Laufe der Jahre beobachten können. Irgendwann passt es einfach nicht mehr, der ältere (oder geschwächte) Hund braucht mehr Ruhe, und ist in der Regel körperlichen Herumbalgereien nicht mehr gewachsen.

Erst recht gilt dies für Hunde, die noch nie von Zuhause weg waren. Sie dann im Alter von elf, zwölf Jahren zum ersten Mal überhaupt in eine Pension zu geben, wird in der Regel den Hund überfordern. Wie heißt es doch: “Einen alten Baum verpflanzt man nicht.” 

“Da muss der Hund durch!”, mag manch einer sagen – dieser Meinung sind wir nicht. Wir verstehen uns nicht als eine Art “Gepäckaufbewahrung”, sondern wir haben die Verantwortung für uns anvertraute Lebewesen und diese nehmen wir ernst. “Sie sind aber wählerisch!”, habe ich auch schon vorgeworfen bekommen. Ja, das sind wir wohl – aber ganz nüchtern betrachtet dient das ja dem Wohl der Hunde, und wer seinen Hund liebt, wird genau das wohl auch von seinem Hundebetreuer erwarten: Nicht die Betreuungsgebühr im Blick zu haben, sondern, dass es dem jeweiligen Hund möglichst gut geht, wenn er einmal nicht bei seinen gewohnten Menschen sein kann.

Es ist gut, dass es unterschiedliche Betreuungsformen gibt: Dogwalker, Hundetagesstätten mit Gruppenhaltung, die Urlaubsbetreuung durch andere Hundehalter oder manchmal auch einfach die Hundepension mit Einzelunterbringung – je nach Bedürfnissen des Hundes.

In diesem Sinne hoffen wir auf Ihr Verständnis, falls wir Ihnen irgendwann einmal sagen müssen, dass wir nicht die richtige Betreuung für Ihren Hund sind. Manchmal haben wir einen anderen Blickwinkel, und letztlich müssen wir uns ja auch der Situation gewachsen sehen.