Hunde(Halter)hassen leicht gemacht!

Die vergangene Woche hatte für mich vieles, um zum Hundehasser – oder korrekt formuliert – zum Hundehalterhasser zu werden! Es begann mit einer Hundeausstellung bei uns in der Region; wir waren nur kurz dort und wollten anschließend noch auf einen Kaffee in die Ortsmitte. Entsetzt stellten wir fest, dass in einem Kilometer Umkreis zur Ausstellungshalle jede Häuserecke angepinkelt war! Am Nachmittag beim Besuch des Markt-Sonntags in Geisenfeld gleich das nächste Ärgernis: Hunde mitten im Gedränge der Menschen – mir ist ja immer noch nicht klar, warum manche Hundehalter meinen, ihren Hund zu solchen Veranstaltungen oder auch auf Christkindlmärkte mitschleppen zu müssen!

Der eine Hund war vollkommen überfordert und sprang wild kläffend immer wieder nach rechts und links, ein anderer verhielt sich dagegen auffällig ruhig – was wohl an dem Stachelhalsband lag, das man ihm um den Hals gelegt hatte. Und bevor jetzt jemand denkt, „Ach, die Klemz schon wieder, so ein Halsband ist gar nicht so schlimm, wenn man damit umgehen kann!“: Es war viel zu klein und hat permanent „gekrallt“. Da kann mir keiner erzählen, dass diese Hundehalterin den Hund tierschutzgerecht geführt hat.

Tags darauf erzählte mir Tina Branz, Besitzerin von drei Hunden und selbst auch Jägerin, dass in ihrem Revier in diesen Tagen wieder ein Reh zu Tode gekommen war – offensichtlich von einem Hund gerissen. Erst kürzlich hätte sie zwei Spaziergängerinnen gebeten, ihren Golden Retriever an die Leine zu nehmen, der gerade hinter einem aufgesprungenen Reh her gehetzt war – und erntete nur verständnislose Blicke, frei nach dem Motto: „Ach, so eine kleine Hatz hat noch keinem geschadet!“ Egal, ob der Hund zu langsam ist, um das Wild zu erwischen – so ein Reh hat Todesangst, wenn es gejagt wird, bricht manchmal einfach völlig entkräftet zusammen oder verendet aufgrund der Panik in einem Zaun. Ja, es ist richtig, dass
der Hund „nur“ seinem Jagdinstinkt nachgeht und damit ein ganz natürliches Verhalten zeigt, aber vor allem ist es rücksichtslos seitens des Hundehalters, seinen Hund frei laufen zu lassen. Tierliebe sollte nicht beim eigenen Haustier aufhören!

Ehrlich, so ein Verhalten macht mich richtig wütend! Haben solche Menschen schlichtweg kein Hirn im Kopf? Selbst „Wiederholungstäter“ sind oft nicht einsichtig. Warum verhalten sich manche Hundehalter derart rücksichtslos gegenüber anderen Menschen, anderen Tieren oder auch fremdem Eigentum? Jägerin Branz hatte eine erstaunliche Erklärung für mich: „Ich habe das Recht dazu, also mache ich es!“ Das hat mich erst einmal sprachlos gemacht, erscheint mir aber plausibel. Solange dieser Bereich von Benimm und Anstand für Hundehalter nicht mit klaren Gesetzen, Strafen und Verordnungen gepflastert wird, bleibt das so.

Jedenfalls passt diese Einstellung hervorragend zu der Sorte Hundehalter, die sich weigern, auf dem Gassigang die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners zu entfernen, denn schließlich würden sie ja Hundesteuer zahlen.