Wenn einer mit dem Hund auf Reisen ist, dann kann er was erleben!

Jetzt haben endlich auch in Bayern die Schulferien angefangen, und gerade für Familien mit schulpflichtigen Kindern steht nun die schönste Zeit im Jahr an: Der Urlaub!

Wer unter den Hundebesitzern eine Reise unternimmt, bei welcher der Vierbeiner mitkommen kann, macht im In- und Ausland oft ganz unterschiedliche Erfahrungen. Auch wir haben ganz unterschiedliche Eindrücke bekommen über die Einstellung zu Hunden, bzw. Hundehaltern in verschiedenen Ländern:

Die Schweiz, oft unser erster ausländischer Zwischenstopp, ist für mich das Schlaraffenland der „Kotbeutelentsorgung“: Mülleimer in ausreichender Anzahl, so dass der verantwortungsbewusste Hundehalter nicht über Kilometer hinweg sein „Säckli“ mit sich herumschleppen muss. Dazu noch Kotbeutel-Versorgungsstationen in echt beeindruckender Anzahl – herrlich (meine Freude über dieses Thema können wohl nur Hundebesitzer nachvollziehen…)!

 

Bella Italia auch für Bello?

Ein wenig anders sieht es in Italien aus. Die Hundebesitzer unter den Campern haben sicherlich wie wir schon die Erfahrung gemacht, dass viele Plätze Hunde gar nicht zulassen, erst recht nicht, wenn es sich um große Hunde handelt oder wie es früher in unserem Fall auch mal war, um gleich DREI Vierbeiner. Bei Ferienhäusern soll es ähnlich sein, und irgendwo habe ich mal gelesen, dass es besondere Bestimmungen zur Unterbringung von Hunden in der Nähe von Gewässern geben soll, vielleicht ist die vermeintliche „Hundeunfreundlichkeit“ ja in einer solchen Vorschrift begründet?

Mit Artus, Coco und Paule in Südfrankreich

Dann Frankreich, wo man uns mit unseren Hunden üblicherweise immer recht offen und freundlich begegnet. Die Hunde der Einheimischen trotten oftmals ohne Leine hinter ihren Besitzern her und wirken außerordentlich entspannt, als ob die südfranzösische Gelassenheit auch von den Tieren gelebt würde.

 

 

 

 

Was mag der Grund sein, dass Menschen in unterschiedlichen Regionen derart unterschiedlich mit dem Thema Hund umgehen? Ich schließe nicht aus, dass mein Urteilsvermögen von vornherein schon pro-französisch eingetrübt ist, da ich das Land, seine Menschen und das berühmte „savoir vivre“ einfach so sehr mag. Gleichwohl habe ich auch während der Spaziergänge bemerkt, dass nicht nur die Fußgängerwege äußerst dürftig befestigt sind, leider sind die Straßenränder oft zugemüllt und auch voll hundlicher Hinterlassenschaften. Kein schöner Anblick und ebenfalls kein Genuss für die Nase. Vielleicht ist das einfach die andere Seite der südfranzösischen Gelassenheit?

Mit Hund nicht gern gesehen?

Meinen Urlaub mit der hunde-unfreundlichsten Atmosphäre habe ich übrigens vor mehr als zehn Jahren in Deutschland verbracht, genauer gesagt, in Ostfriesland. Obwohl ich ein riesiger Fan der Nordseeküste bin, habe ich mich in dem Urlaub einfach nur wie ein „Aussätziger“ gefühlt, auf der Straße schienen die meisten Passanten meinen damaligen Hund Barry als potentiellen Kampfhund zu betrachten, obwohl er durch sein rot-braunes Fell eigentlich von vornherein sehr freundlich wirkte. Der mögliche Grund für diese Ablehnung? Wenige Wochen zuvor war in Hamburg der kleine Junge Volkan (6 Jahre) von zwei Hunden getötet worden, ein schreckliches Ereignis, das damals die ganze Nation erschütterte und sich in Norddeutschland, wie mir schien, in einer allgemeinen Panik gegenüber allen großen Hunden auswirkte. Da ich mich von negativen Erlebnissen nicht von vornherein abschrecken lasse, fuhr ich einige Jahre später wieder hin, da war dann alles wieder „normal“.

Artus macht Siesta.

Wie wohl man sich in einem Land oder in einer Region fühlt, ist wohl auch von aktuellen Ereignissen abhängig, daher können meine Erfahrungen durchaus nur Momentaufnahmen und keineswegs repräsentativ sein. Als überzeugte Campingfans bekommen wir manche Ereignisse aus typischen Touristen-Gegenden erst gar nicht mit, und wenn ich dem glauben soll, was mir eine Kundin einmal nach ihrer Rückkehr aus dem Spanienurlaub berichtete, bin ich darüber auch ganz froh: Abgesehen von dem in Mittelmeerländern fast alltäglichen Streuner-Elend hatten sogenannte „Tierschützer“ Hunden deutschsprachige Zettel umgehängt, man möge sie doch bitte im Flugzeug mit nach Deutschland nehmen, die Formalitäten würden von der örtlichen Organisation übernommen. Ich war fassungslos, als ich das hörte! Grundsätzlich stehe ich dem Import von ehemaligen Straßenhunden in eine andere Klimazone und oft auch andere Kultur recht skeptisch gegenüber: Anstatt im Ursprungsland selbst mit allen Mitteln an einer Verbesserung der Situation zu arbeiten, scheinen manche „Tierschützer“ darauf zu bauen, dass tierliebe Deutsche das Problem zumindest zum großen Teil schon richten werden. Was mich aber aufregt, ist diese Schildergeschichte, die offensichtlich auf das Mitleid und eine spontane Entscheidung der tierlieben Urlauber abzielt – wenn das Tier die Botschaft in meiner Muttersprache um den Hals trägt, geht sie halt noch schneller ins Gehirn…

 

Nun, das ist meine persönliche Interpretation, und auch meine Einstellung gegenüber Auslandsimporten ist auch meine persönliche Meinung, wenngleich meine Erfahrungen insbesondere mit südländischen Hunden mich manchmal daran zweifeln lässt, ob sich der Straßenhund von Kreta, der sich im ersten Lebensjahr allein auf der Straße durchgeschlagen hat, in der Ingolstädter Fußgängerzone, an kurzer Leine und inmitten des Getümmels, tatsächlich so wohl fühlt, dass er seine neue Lebenssituation schöner findet als die Kinderstube. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, und es gibt glücklicherweise viele Hundebesitzer, die einen Hund aus dem Ausland übernommen haben, der sich hier gut eingelebt hat.

Aber zurück zum eigentlichen Thema:

Wohin auch immer es mit Ihrer Familie und tierischem Anhang in den Urlaub geht, wir wünschen Ihnen eine schöne und erholsame Zeit!