Warum wir manchmal einen Hund nicht zur Betreuung annehmen (können) – Teil 2

Wenn eine gesundheitliche Gefährung für die anderen Gäste besteht!

Wir sind Dienstleister von ganzem Herzen und möchten unseren Kunden auch möglichst immer zur Seite stehen, wenn sie uns brauchen, aber wir haben auch die Verantwortung, den Blick für das Ganze nicht zu verlieren.

Stellen Sie sich folgende Szene vor:
Sie kommen in die Rezeption unseres Hundehotels, um wie geplant Ihren Hund in die Betreuung abzugeben. Es ist großer Anreisetag vor den Ferien, uns so bekommen Sie unweigerlich mit, wie ein anderer Hundebesitzer vor Ihnen mit sorgenvollem Blick erzählt, dass er den Hund beinahe gar nicht hätte bringen können. Bereits seit zwei Tagen spucke der Kleine (der Blick der Pensionsbetreiberin wird etwas ernster). Der Tierarzt habe ein Medikament mitgegeben, das die nächsten Tage noch gegeben werden soll (beim Wort Tierarzt wird der Blick der Pensionsbetreiberin etwas entspannter). Was der Hund nun habe, könnte nicht eindeutig gesagt werden. Der Tierarzt meinte aber, dass er in die Pension gehen könne. Ob der Tierarzt etwas zu einer möglichen Ansteckungsgefahr für die anderen Hunde gesagt habe? Nö. Ob der Tierarzt denn darauf angesprochen worden sei? Nö.

Wie würde es Ihnen nun ergehen? Ganz vielen Hundebesitzern fällt es sowieso schwer, Ihr Tier in die Obhut eines Anderen zu übergeben. Wir respektieren das nicht nur, wir schätzen es auch, denn uns Hundeliebhaber freut es, dass unsere Kunden ihr Familienmitglied so wertschätzen und es als Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen respektieren. Unsere Stammkunden wissen auch, welche Philosophie im Umgang mit den Hunden wir leben, sie wissen, welche Mühe wir uns geben, die Zeit ohne ihre Besitzer so angenehm wie möglich zu machen. Und sie wissen, wie ernst wir unsere Verantwortung nehmen und professionell genug sind, möglichst alle Seiten zu berücksichtigen.

Nun, es würde es Ihnen wohl nicht verständlich erscheinen, wenn der erkrankte Hund nun ohne Weiteres aufgenommen würde und mit den Anderen zusammenkäme. Das wäre wohl fahrlässig.

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass ein Hundebesitzer gar nicht an mögliche Infektionsgefahren für andere Tiere denkt, und in der Hektik der Reisevorbereitungen hat er vielleicht auch gar nicht die Muße, alle Risiken abzuwägen. Es ist auch durchaus denkbar, dass der Tierarzt an eine Pension mit Einzelunterbringung (was es leider noch sehr oft gibt) gedacht hat und ihm gar nicht bekannt war, dass das erkrankte Tier in eine Gruppenhaltung gegeben werden sollte. Für den großen Überblick gibt es uns, wir haben sowohl die amtliche bestätigte Sachkunde als auch viele Jahre Erfahrung in der Führung der Hundepension. Wir wissen ebenso gut, dass ein Hund auch einfach aufgrund der oft stressigen Reisevorbereitungen, durch das Kofferpacken und die ungewohnte Hektik einmal eine Magen-Verstimmung bekommen kann. aber wir möchten gern im Vorfeld darüber informiert werden, und nicht erst dann, wenn der Besitzer mit seinen eigenen Koffern im Auto und mit Hund bei uns im Hotel steht.

Wenn Hundehalter beim so genannten Kennenlerntermin das Hundehotel besichtigen, werden sie über den Tagesablauf, die Unterbringung, die Fütterung und auch über gesundheitliche Gefahren und daraus resultierende Pflichten aufgeklärt. In unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen ist das Thema Ansteckungsgefahren und die Information an uns ebenfalls eindeutig geregelt. Und nicht zuletzt schreiben wir sowohl in unserer ausführlichen Buchungsbestätigung sowie in der eMail-Nachricht dazu noch einmal ganz eindeutig, dass wir über bestehende Erkrankungen vorab zu informieren sind.

Wenn im Vorfeld zwar mehrfach, aber offenbar wirkungslos darauf hingewiesen wurde: Was also sollen wir nun tun, wenn der Besitzer des Hundes mit einer nicht abgeklärten Erkrankung vor uns steht? An einem Werktag können wir sicher versuchen, gemeinsam mit dem Besitzer den behandelnden Tierarzt zu erreichen, um seine Einschätzung einzuholen.

Doch in der Regel

  • reisen erkrankte Hunde – wie Murphys Gesetz es will – meist an Sonn- oder Feiertagen an oder
  • wurden tatsächlich gar keinem Tierarzt vorgestellt (“och, das hat mein Hund schon hin und wieder, das geht dann von allein wieder weg”).

Beim Wort “Quarantäne” wird manchen Hundebesitzern ganz anders, die Vorstellung, dass der Hund eben nicht wie gewohnt mit Anderen spielen darf, ist doch erschreckend. Übrigens: Auch für uns bedeutet eine Einzelhaltung und die Berücksichtigung strenger Hygiene eine Menge Mehraufwand, ganz bestimmt macht uns das keinen Spaß und überhaupt ist die Einzelhaltung in unserer Pension aus Überzeugung überhaupt nicht vorgesehen. Wenn wir also Quarantäne vorschlagen, ist das der letzte Ausweg, den wir noch sehen…

Im Interesse aller Kunden bleibt uns also nur, noch einmal ganz deutlich darauf hinzuweisen, dass nicht nur wir eine große Verantwortung tragen, sondern auch die Hundebesitzer Pflichten haben. Keine Frage – in der eigenen Aufregung kann man schon einmal etwas vergessen. Darüber können wir reden. Wer sich aber uneinsichtig zeigt, muss damit rechnen, dass wir den Hund mit einer nicht tierärztlich abgeklärten Erkrankung nicht zur Betreuung annehmen. Im Interesse aller hier untergebrachten Hunde, und darauf können sich unsere vielen Stammgäste auch verlassen! Wie immer gilt:

Bei Fragen – einfach fragen! Und in solchen Fällen lieber einmal zu viel als zu wenig, es geht um die Gesundheit von Lebewesen!