Es kann der friedlichste Hundebesitzer nicht in Frieden leben, wenn…

„Nie wieder Urlaub mit zwei Hunden an der deutschen Küste!“, stöhnte kürzlich meine Freundin. Was war passiert? Überall Verbotsschilder: Hunde nicht an diesem Strand, Hunde nicht auf diesem Deich, Hunde nur an der Leine…

Die zahlreichen Einschränkungen waren offenbar die Folge fehlender Umsicht einzelner Hundehalter, die beispielsweise ihre Hunde frei auf Kuh-und Schafweiden laufen ließen – was für die Weidetiere nicht immer gut ausging! An dem offiziellen Hundestrand-Abschnitt tummelten sich dann umso mehr auf engem Raum, und wenn dann gefühlte 40 Hunde frei herumlaufen, deren Zweibeiner nicht in Sicht sind, ist mit Hunden, die keinen Kontakt zu Artgenossen haben möchten, an einen gemütlichen Strandtag nicht zu denken. Wohlgemerkt: Es handelte sich nicht um eine Freilauffläche, sondern einfach um ein Stück Strand, das Erholungssuchende mit ihren Hunden gemeinsam betreten dürfen. Wie im gesamten Nationalpark Wattenmeer bestand auch an diesem Strandabschnitt Leinenpflicht für Hunde, doch die schien viele nicht zu interessieren und alle Versuche, diese Hundehalter zur Rücksichtnahme zu bewegen, blieben fruchtlos.

Die Reaktionen sind meist die gleichen:  Vom scheinbar ermutigenden „Lassen Sie Ihre Hunde doch einfach mal frei, die machen das schon unter sich aus!“ bis hin zu Anfeindungen à la „Dann halten Sie sich doch gefälligst von hier fern, wenn Sie Ihre Tölen nicht im Griff haben!“.

Oh ja, was meine Freundin erlebte, kenne ich nur zu gut. Erinnern Sie sich noch an mein „Sprachlos in Brandenburg“, wo ich von der Hundehalterin erzählte, die ihren Terrier direkt vor das Fenster unseres Wohnmobils hielt, damit er meine dahinter tobende Hündin besser  sehen konnte? Nun, kürzlich war ich anlässlich einer Hundesport-Meisterschaft mit einigen anderen Kolleginnen wieder auf diesem Campingplatz, und noch nie habe ich mich derart unwohl gefühlt wie bei dieses Mal.

Ich akzeptiere, dass es der beste Campingplatz nicht verhindern kann, wenn eine bekanntermaßen leicht verwirrte, ältere Dame aus dem Ort dort immer mal spazieren geht. Dieser Aufenthalt geriet nun aber zu einem regelrechten Spießrutenlauf, weil ein anderer Gast sowie der Platzwart ihre durchaus freundlichen Hunde frei herumlaufen ließen, aber meine eigenen Hunde mögen nun mal keinen Kontakt.

Trotz mehrfacher Bitte, den jeweiligen Hund nicht frei herumlaufen zu lassen, zeigten sich Beide uneinsichtig. Der Platzwart-Hund wollte sogar einmal in unser Wohnmobil hereinkommen, und hätte ich meine Gittertür nicht davor gehabt, wäre es zu einem üblen Zwischenfall gekommen.

Ein anderer Gast wurde von diesem Hund angesprungen. Mein Mann Jörg hatte den Platzwart schon im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass sein Hund überall auf dem Platz mit Kot und Urin markiert – das sind alles Dinge, die ich als rücksichtslos empfinde und die wir in unserer Tätigkeit als Hundetrainer unseren Kunden einbläuen, so etwas zu unterlassen, weil Hundehalter damit in der Öffentlichkeit einfach immer mehr zum Feindbild werden.

Der Platzwart ist ansonsten wirklich sehr freundlich, und ich glaube auch, dass ihm sein Hund sehr, sehr viel bedeutet. Dem Hund die „Freiheit“ zu nehmen, schien eine geradezu unerträgliche Vorstellung zu sein. Aber Job ist Job, nicht wahr, und da sollte man doch auch auf die Wünsche der Kunden eingehen, oder?

Manch eine meiner Kolleginnen kündigte mir an, sich nächstes Jahr eine andere Unterkunft zu suchen. Abstimmung mit den Füßen, wie es dann so schön heißt. Aber mir ließ das Ganze keine Ruhe, ich hatte einfach schon viel zu oft sehr schöne Aufenthalte an diesem Ort verbracht und arbeite seit etlichen Jahren mit Kunden, Feedback ist – davon bin ich überzeugt – für einen guten Kundenservice unerlässlich.

Deshalb sendete ich dem Platzbesitzer nach unserem Aufenthalt eine Mail; zunächst hörte ich nichts von ihm, und ich bereitete mich innerlich schon darauf vor, hier künftig nicht mehr einen Platz zu bekommen – nicht jeder kann mit Feedback umgehen, das haben Sie sicher auch schon einmal erlebt.

Dann aber erhielt ich eine Antwort mit dem Dank für meine offenen Worte. Ihnen sei die Situation mit dem frei laufenden Hund des Platzwarts auch nicht ganz geheuer gewesen, doch da sich nie ein Gast dazu geäußert habe, gab es keine Veranlassung für ein Einschreiten. Man würde sich freuen, wenn ich wieder einmal bei ihnen zu Gast sein würde und in Zukunft werde es zu solchen Situationen nicht mehr kommen, die anwesenden Gäste sollen sich schließlich wohl fühlen.

Ich habe mich sehr über diese Reaktion gefreut, nicht nur, dass ich auch in Zukunft wieder meinen geschätzten Platz nutzen kann, sondern vor allem auch, endlich einmal auf Verständnis für die eigenen Bedürfnisse  getroffen zu sein. Offen gesagt: Ich bin oft ganz schön genervt vom rücksichtslosen Verhalten anderer Hundehalter: Liegengelassene Kothaufen, dauerkläffende Hunde in Vorgärten, überall markierende Hunde, die selbst den kleinen Absperrzaun direkt neben einem speisenden Paar in einem Restaurant anpinkeln dürfen. Hunde, die in Hotels mit ins Bett gelassen werden, dort in der Dusche abgebraust und zum Abtrocknen die Hotelhandtücher verwendet werden.

Der Hund kann nichts dafür, ich sehe die Verantwortung beim Zweibeiner. Ob fehlender Anstand, mangelnde Aufmerksamkeit oder bewusste Rücksichtslosigkeit – eigentlich ist es mir egal, ich kann nur immer besser nachvollziehen, wenn Hunde nicht überall gern gesehen werden. Unter den Einschränkungen haben dann aber alle Hundehalter zu leiden. Da fängt man dann auch langsam an, einen Groll auf diese negativ auffallenden Hundehalter zu hegen, wie mag es da erst den Nicht-Hundebesitzern gehen oder sogar denjenigen, die aus welchen Gründen auch immer Angst vor Hunden haben?

Die Rückmeldung des Campingplatzes hat mir wieder bestätigt: Miteinander zu reden kann etwas verändern! Sicher, Einige wird man nie erreichen können, doch wer es gar nicht versucht, hat doch von vornherein aufgegeben, oder? Das Leben mit Hund kann wunderschön sein, und ich würde mich freuen, wenn einfach jeder einen kleinen Beitrag dazu leistet – und wenn es nur die Rückmeldung ist, wenn etwas als unangenehm empfunden wird.

Manuela Klemz

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen in meiner Citicon-Kolumne, Ausgabe Nr. 63. Auch online nachzulesen unter www.citicon-online.de.

Citicon Kolumne Rücksicht
Citicon Kolumne Rücksicht

 

Erinnerung an Paulchen

Vor zwei Jahren ist Paul in den Hundehimmel umgezogen… Was für ein wunderbarer Hund, und wir werden ihn wohl nie, nie vergessen. Wie wir alle unsere Hunde immer noch in unseren Herzen tragen und voller Liebe und Dankbarkeit an sie denken.

Wir denken sehr häufig an unseren Paul zurück, und inzwischen ist das auch ohne Tränen möglich. Wir haben ihm so viel zu verdanken, wir sind so froh, dass wir ein paar seiner Lebensjahre mit ihm verbringen durften! Wir sind glücklich, dass wir ihm nach drei Jahren im Tierheim und diversen missglückten Vermittlungsversuchen ein neues Zuhause geboten haben. Dass wir uns auch von acht (!) zerstörten Holztüren und anderen Zerstörungen, ruinierten Eckzähnen und seelischen Schmerzen nicht entmutigen ließen. Wir wissen seitdem, wie sehr trennungsängstliche Hunde und ihre Besitzer (!) leiden. Wir (meinen zu) wissen, was gut für einen Hund ist. Paul hat uns mehr gelehrt als viele gute und sicherlich auch fundierte Fachbücher.

Alles hat seine Zeit, und das Wissen, dass er nun keine Schmerzen mehr hat, tröstet über seine Abwesenheit hinweg.

Ja, er hatte schwache Nerven. Dobermann-Mix halt.

Ja, sowohl Jörg als auch ich hatten seine Zähne mindestens einmal in irgendeinem Körperteil. Die Situation erklärte sein Verhalten.

Ja, Paul war nicht perfekt, und offen gesagt: Seit er nicht mehr da ist (er ging im biblischen Alter von immerhin fünfzehneinhalb Jahren!) sind zumindest unsere Jahresurlaube unfasslich entspannter, denn er hat es auch bei uns nie gelernt, entspannt Autofahren zu können, jeder Kilometer war eine Qual.

Wir konnten ihn zuletzt an einem unbekannten Ort nicht mal mehr eine Stunde allein lassen, sprich: Restaurant-Besuche im Urlaub waren gestorben, geschweige denn, ihn überhaupt irgendwo und irgendwem auch nur mal stundenweise in fremde Obhut geben zu können.

Dennoch…Bei allen Entbehrungen, sie waren „nur“ für einige Jahre. Sie haben uns so viel gelehrt. Wir können besorgte und oft auch verzweifelte Hundebesitzer sehr gut verstehen. und wir sind überzeugt, dass er bei uns eine gute Zeit hatte.

Ein gutes Gefühl!

Paul, wo auch immer du sein magst: Wir denken an dich. Und wir wissen, dass viele unserer Freunde und Kunden auch immer mal wieder liebevoll an dich denken.

Alterchen, was kann man mehr wollen? Genieß deine Zeit auf der Wolke, und irgendwann werden wir uns schon wiedersehen…

Danke für die schöne Zeit!

PaulHausmeister

Über die Zeit im Allgemeinen und den vielleicht schönsten Tag im Leben

Unser Alltag steht ganz im Zeichen unseres Hundezentrums, allein die Betreuung der Pensionsgäste ist quasi ein 24-Stunden-Job, dann kommen noch die Trainingsstunden der Hundeschule dazu und die Verkäufe in unserem Ladengeschäft sowie in unseren Online-Shops. Kein Wunder also, dass mein Mann und ich kaum Freizeit haben und auch die freie Zeit für unsere eigenen Hunde sehr knapp ist. Zeit für jemanden zu haben, oder auch nur einmal für uns selbst, ist etwas sehr Rares und Kostbares. Deshalb wissen wir kleine Auszeiten sehr zu schätzen, und sie bleiben uns auch oft in lebhafter Erinnerung. Kürzlich hatte ich allerdings ein Erlebnis, dass einen ganz besonderen Platz in meinem Leben haben wird, und ich teile dieses Ereignis mit einem unserer eigenen Hunde, unserem Weimaraner Artus.

Dazu kurz zur Einleitung für diejenigen, die ihn nicht kennen: Er ist inzwischen zehneinhalb Jahre alt, kam vor einigen Jahren mit erheblichem Übergewicht zu uns (53 kg statt inzwischen 38 kg!) und das ist vermutlich auch die Ursache für zahlreiche Fett-Knubbel an seinem Körper, die teilweise Honigmelonen-gross sind und natürlich in gewissem Maße auch sein Wohlbefinden einschränken.

Als waschechter Jagdhund liegt ihm die Arbeit natürlich im Blut, und vor etwa anderthalb Jahren kamen wir gemeinsam zum Apportieren, auch Dummy-Training genannt. Was für ein Anblick: Seine ganze Haltung veränderte sich, sobald er seinen Apportiergegenstand im Maul hatte, stolz, fokussiert, geradezu „dienstbeflissen“ – ich erlebte unseren Hund plötzlich von einer ganz neuen Seite.

Im Alltag muss sich unser gemeinsames Training leider auf das beschränken, was zwischendurch mal möglich ist, und das ist oft leider nicht viel. Aber am vergangenen Wochenende war es soweit: Artus und ich besuchten in der Nähe von Dresden ein Seminar mit einer renommierten Dummytrainerin, und natürlich erhoffte ich mir vordergründig, neue Trainingsideen für meine eigenen Trainingsstunden in unserer Hundeschule mitzunehmen, aber ich freute mich auch für Artus, denn auch als Trainer lernt man eben doch durch praktische Arbeit, und deshalb musste Artus natürlich mitmachen! Sicherlich, angesichts seines fortgeschrittenen Alters bin ich von vornherein mit einer bestimmten Trainingseinstellung angetreten: Ich bin zwar selbst ein Fan von korrekt ausgeführten Übungen, von eingeforderter Impulskontrolle und Grundgehorsam, doch bei diesem Senior wollte ich in Sachen Disziplin das ein oder andere Auge zudrücken, und seine Freude an der Arbeit sollte im Vordergrund stehen.

Das bedeutete für ihn zwei Seminartage ganz im Zeichen seiner geliebten Dummyarbeit! Unseren zweiten Hund Coco habe ich, auch wenn es mir nicht leicht fiel, tatsächlich zu Hause bei meinem Mann gelassen, meine ganze Aufmerksamkeit sollte Artus gehören, er sollte mit niemandem teilen müssen. Ein kleines Geschenk an ihn, der im Alltag als typischer Trainerhund eben oft auch zurückstecken muss. Und was haben wir beide für eine wunderbare Zeit gehabt: Der alte Herr war über die ganze Zeit voll konzentriert dabei, und abends waren wir Beiden zwar sehr müde, aber ich konnte sehen, wie glücklich er war – und das machte mich sehr glücklich!

Ich würde mir oft mehr Zeit für ihn wünschen, aber unser Betrieb lässt es eben nicht anders zu. Ich habe auch schon mehrmals bedauert, mit Artus nicht früher zum Dummytraining gekommen zu sein, dann hätte er schon viel früher seiner Leidenschaft frönen können. Aber hätte, wäre, wenn – manches kann man eben nicht ändern. Anstelle sich über Versäumnisse zu ärgern, darf man sich durchaus auch die schönen Erlebnisse bewusst machen, und ich bin mir sicher, dass dieses Erlebnis mit all der perfekten, entspannten Atmosphäre für uns etwas ganz Besonderes darstellt. Ja, ich glaube sogar, dass dies für ihn der vielleicht schönste Tag in seinem Leben war. Und ich war dabei und habe diese schöne Zeit mit ihm geteilt.

Wie ist es bei Ihnen? Können Sie sich an ein besonders schönes Erlebnis mit Ihrem Hund erinnern? Wo sein Blick verraten hat, wie glücklich er war, weil er etwas mit Ihnen gemeinsam unternommen hat?

Solche schönen Momente sind es wert, dass man sich an sie erinnert und sie mit Anderen teilt, finden Sie nicht auch? Machen Sie sich Ihr Erlebnis doch noch einmal ganz bewusst, und vielleicht haben Sie auch Lust, mir dazu eine Mail zu schreiben.

Ich würde mich freuen!

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen in meiner Citicon-Kolumne, Ausgabe Nr. 62. Auch online nachzulesen unter www.citicon-online.de.

Der schönste Tag

Tipps für den Urlaub mit Hund

Ab in den Urlaub!

Mit großen Schritten geht es nun auf den Sommerurlaub zu, und bei vielen Familien darf auch der Wauzi mitkommen. Doch damit die gemeinsame Zeit für alle Beteiligten auch schön wird, ist etwas Vorbereitung nötig, besonders, wenn die Reise ins Ausland geht. Gesetzlich vorgeschrieben sind je nach Land verschiedene Impfungen des Hundes, gegebenenfalls noch Zeckenvorsorge und Entwurmung. Informationen hierzu gibt es beispielsweise im Internet, und auch Ihr Tierarzt wird Sie gern beraten.

 

Kontrollieren Sie rechtzeitig den Impfpass, damit Sie nicht in letzter Minute noch nachimpfen müssen: Das ist nicht nur unnötig hektisch, sondern auch für die Gesundheit Ihres Vierbeiners nicht ideal. Lange Autofahrten sind nicht nur für uns recht anstrengend, sondern auch für unsere Hunde. Aber es gibt einige praktische Dinge, die Ihrem Liebling diese Zeit erträglicher machen können: Sprichwörtliche Basis ist eine gute Unterlage, damit die Vibrationen des Autos nicht ungefiltert an den Hunderücken weitergegeben werden. Sie fragen sich, warum? Sind Sie schon einmal im Kofferraum des Autos mitgefahren, ohne die gut gefederten Autositze? Genau diese permanenten Stöße muten wir unseren Lieblingen zu, aber eine Kaltschaummatte oder auch eine Matte mit Visko-Kern vor allem für Hunde mit Arthrose. Mit einem speziellen Anti-Schwapp-Napf steht dem Hund auch während der Fahrt Trinkwasser zur Verfügung, was besonders bei warmen Temperaturen wichtig ist – die Klimaanlage versorgt eben doch meist nur den vorderen Bereich. Achten Sie bitte auch auf ausreichend Schatten, denn gerade den Heck-Insassen brennt die Sonne ganz schön auf den Pelz!

Seit einiger Zeit gibt es Kühlmatten oder auch Kühlwesten, die gerade Hunden mit viel Fell bei Hitze einige Erleichterung verschaffen können. Unsere Entdeckung des Jahres sind so genannte Kühl-Bandanas, bzw. Kühl-Halsbänder, die sich in unserem letzten Urlaub hervorragend bewährt haben – und obendrein noch sehr günstig sind!

Laut Straßenverkehrsordnung müssen Hunde ordnungsgemäß gesichert transportiert werden, hier empfehle ich eine Box oder einen guten Sicherheitsgurt, der spezielle Anforderungen für den Fall eines Unfalls erfüllen muss: Plastikverschlüsse beispielsweise werden in vielen Fällen den Belastungen nicht standhalten können, und zu schmale, ungepolsterte Bänder können einschneiden oder schlimme Druckstellen verursachen. Ein einer gut sortierten Fachhandlung kann man sie bei der richtigen Auswahl beraten.

 

Mit speziellen Bodenhaken kann der Hund beispielsweise am Strand mal sicher angebunden werden, eine Strandmuschel für Kinder sorgt für den nötigen Schatten. Es versteht sich von selbst, dass der Hund natürlich nicht bei heißen Temperaturen mit nach draußen soll! Auch für den Stadtspaziergang gehört ein faltbarer Wassernapf immer in die Handtasche, und natürlich auch ein Päckchen mit Kotbeuteln.

 

Denken Sie auch eine eine Reiseapotheke für den Hund, denn ähnlich wie wir kann auch der Vierbeiner auf die ungewohnte Umgebung oder die Anstrengung der Anreise reagieren: Ob konventionelles Durchfallmedikament oder homöopathische Globuli gegen Übelkeit, wer sich gut vorbereitet, hat am Urlaubsort keine Sorge, das passende Mitte zu bekommen, und das womöglich noch in einer Fremdsprache…

 

Nicht zuletzt sollte auch abgewogen werden, ob man dem Hund die Reisestrapazen  überhaupt zumutet oder ob eine Unterbringung innerhalb der Familie oder in einer guten Hundepension nicht sinnvoller wären, insbesondere in Gebiete mit Mittelmeerkrankheiten oder wenn heiße Temperaturen zu erwarten sind. Allerdings ist das Last-Minute oft nicht mehr möglich: In unserem Hundehotel beispielsweise bereits können bereits jetzt keine weiteren Neukunden für die Sommerferien aufgenommen werden.

 

Der Urlaub mit Hund sollte also rechtzeitig und mit einigem Vorlauf geplant werden – dem Tier zuliebe!

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen in meiner Citicon-Kolumne, Ausgabe Nr. 48. Auch online nachzulesen unter https://issuu.com/citicon/docs/cit-48_issuu/48

JEDER HUND WILL SPIELEN – ODER?!

Hunde sind äußerst soziale Wesen, und dennoch sind nicht alle gleich: Wie bei uns Menschen zeigen sich viele Hunde sehr gesellig,
während andere eher Einzelgänger sind. Vierbeiner, die etwas ländlicher wohnen und daher kaum andere Hunde beim Gassigehen treffen
oder aus Unsicherheit der Besitzer nicht mit anderen zusammengelassen werden, fühlen sich gegebenenfalls überfordert, wenn sie ihren
Urlaub in einer Hundepension verbringen sollen. Da kann die Pension noch so professionell geführt sein – auch ein menschlicher Eremit würde
sich unwohl fühlen, wenn er einen Club-Urlaub gewinnt und plötzlich auf viele, viele Menschen trifft.

Der moderne Hundehalter bekommt zum Thema Hundekontakte – dem Internet sei Dank – viele Informationen und Ratschläge serviert, und so
wächst die Nachfrage sowie auch das Angebot an Ausläufen und Spielstunden. Hier können sich Hunde so richtig austoben, sich mit Artgenossen
auseinandersetzen und sich „sozialisieren“. Für Hunde, die aus den verschiedensten Gründen im Alltag an der Leine bleiben müssen,
bietet sich dabei manchmal die einzige Möglichkeit, frei mit Artgenossen zu kommunizieren, denn inzwischen sollte sich herumgesprochen
haben, dass ein angeleinter Hund oft anders reagiert als ohne Leine (Hunde an der Leine sollten nicht zusammengelassen werden). Für sehr
draufgängerische Hunde wünschen sich manche Hundehalter, dass sie endlich einmal an einen geraten, „der ihm die Grenzen aufzeigt“.
Für eher unsichere Hunde erhofft man sich von Spielstunden und Ähnlichem, dass sie ein wenig die Scheu verlieren, und nicht zuletzt ist da
ja für die Menschen auch noch der soziale Aspekt, ein wenig Zeit mit Gleichgesinnten verbringen zu können und über die Hunde im Allgemeinen
und seinen eigenen im Speziellen sprechen zu können. So kommen also eine Reihe an Wünschen und Erwartungen zusammen, die hoffentlich
fachlich kompetent angeleitet werden. Bei freien Hundeausläufen, z. B. in Parks, ist das eher weniger der Fall: Oft treffen hier Hundehalter
mit ganz unterschiedlichen Erziehungsansichten aufeinander, und was für den einen noch nach Spiel aussieht, ist wohl doch eher Pöbelei
und Machtdemonstration. Hunde frei nach dem Motto „die regeln das schon“ sich selbst zu überlassen, kann schnell problematisch werden.
Ständig von außen einzugreifen ist ebenfalls kontraproduktiv. Selbst mit den Spielstunden mancher Hundeschulen steht es nicht immer zum Besten, denn auch der erfahrenste Trainer kann – wenn er ehrlich zu sich und anderen ist – nur eine begrenzte Menge an Hunden kompetent beaufsichtigen. Zweifellos ist es ein Unterschied, ob es sich um eine relativ stabile Gruppe handelt oder jedes Mal neue Vierbeiner dabei sind, aber wenn der Trainer mehr Zeit mit Plaudereien, Kaffeetrinken und Rauchen verbringt, ist der bisweilen zu hörende Vorwurf des „Kaffeekränzchens“ sicher nicht ganz von der Hand zu weisen.

Auch in unserer Hundeschule gibt es seit vielen Jahren eine Spielstunde, aber es ist uns wichtig, dass die Hunde Raum zur Kommunikation haben.
Wir möchten, dass sie sich austauschen können und dabei gern auch ausgelassen spielen, aber wir lassen die Hunde nicht wild und unkontrolliert
herumrennen, und Mobbing wird nicht toleriert!
Im Laufe der Zeit hat sich unsere Einstellung zu solchen Zusammenkünften auch ein wenig geändert, und in einigen Fällen halte ich es inzwischen für viel sinnvoller, den Hund lieber mal in die Hundetagesstätte zu geben als in die reguläre Spielgruppe. Da bleibt ausreichend Zeit, ihn stressfrei mit ausgewählten Artgenossen zusammenzulassen. Auf so eine Spielstunde haben sich Zwei- und Vierbeiner schon die ganze Woche gefreut, und es geht viel lebhafter als im Tagesstätten- Alltag zu. Manchmal haben wir auch eine Spielstunde für Kleinhunde, in die schüchterne oder körperlich eingeschränkte große Hunde theoretisch integriert werden könnten, aber oft möchten hier die Besitzer nur kleine Hunde miteinander spielen sehen – was aus ihrer Perspektive sicher auch nachzuvollziehen ist.

Viel ist manchmal eben zu viel, daher empfehle ich, wenn mein Hund mehr Kontakt mit Artgenossen haben soll, gut zu beobachten, was für ihn das Angemessene sein könnte.

Manuela Klemz

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen in meiner Citicon-Kolumne, Ausgabe Nr. 58. Auch online nachzulesen unter  http://issuu.com/citicon/

 

Citicon-Kolumne 58

Hunde(Halter)hassen leicht gemacht!

Die vergangene Woche hatte für mich vieles, um zum Hundehasser – oder korrekt formuliert – zum Hundehalterhasser zu werden! Es begann mit einer Hundeausstellung bei uns in der Region; wir waren nur kurz dort und wollten anschließend noch auf einen Kaffee in die Ortsmitte. Entsetzt stellten wir fest, dass in einem Kilometer Umkreis zur Ausstellungshalle jede Häuserecke angepinkelt war! Am Nachmittag beim Besuch des Markt-Sonntags in Geisenfeld gleich das nächste Ärgernis: Hunde mitten im Gedränge der Menschen – mir ist ja immer noch nicht klar, warum manche Hundehalter meinen, ihren Hund zu solchen Veranstaltungen oder auch auf Christkindlmärkte mitschleppen zu müssen!

Der eine Hund war vollkommen überfordert und sprang wild kläffend immer wieder nach rechts und links, ein anderer verhielt sich dagegen auffällig ruhig – was wohl an dem Stachelhalsband lag, das man ihm um den Hals gelegt hatte. Und bevor jetzt jemand denkt, „Ach, die Klemz schon wieder, so ein Halsband ist gar nicht so schlimm, wenn man damit umgehen kann!“: Es war viel zu klein und hat permanent „gekrallt“. Da kann mir keiner erzählen, dass diese Hundehalterin den Hund tierschutzgerecht geführt hat.

Tags darauf erzählte mir Tina Branz, Besitzerin von drei Hunden und selbst auch Jägerin, dass in ihrem Revier in diesen Tagen wieder ein Reh zu Tode gekommen war – offensichtlich von einem Hund gerissen. Erst kürzlich hätte sie zwei Spaziergängerinnen gebeten, ihren Golden Retriever an die Leine zu nehmen, der gerade hinter einem aufgesprungenen Reh her gehetzt war – und erntete nur verständnislose Blicke, frei nach dem Motto: „Ach, so eine kleine Hatz hat noch keinem geschadet!“ Egal, ob der Hund zu langsam ist, um das Wild zu erwischen – so ein Reh hat Todesangst, wenn es gejagt wird, bricht manchmal einfach völlig entkräftet zusammen oder verendet aufgrund der Panik in einem Zaun. Ja, es ist richtig, dass
der Hund „nur“ seinem Jagdinstinkt nachgeht und damit ein ganz natürliches Verhalten zeigt, aber vor allem ist es rücksichtslos seitens des Hundehalters, seinen Hund frei laufen zu lassen. Tierliebe sollte nicht beim eigenen Haustier aufhören!

Ehrlich, so ein Verhalten macht mich richtig wütend! Haben solche Menschen schlichtweg kein Hirn im Kopf? Selbst „Wiederholungstäter“ sind oft nicht einsichtig. Warum verhalten sich manche Hundehalter derart rücksichtslos gegenüber anderen Menschen, anderen Tieren oder auch fremdem Eigentum? Jägerin Branz hatte eine erstaunliche Erklärung für mich: „Ich habe das Recht dazu, also mache ich es!“ Das hat mich erst einmal sprachlos gemacht, erscheint mir aber plausibel. Solange dieser Bereich von Benimm und Anstand für Hundehalter nicht mit klaren Gesetzen, Strafen und Verordnungen gepflastert wird, bleibt das so.

Jedenfalls passt diese Einstellung hervorragend zu der Sorte Hundehalter, die sich weigern, auf dem Gassigang die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners zu entfernen, denn schließlich würden sie ja Hundesteuer zahlen.

Der scharfe Familienhund als Beschützer?

Der scharfe Familienhund als Beschützer?

Ich bin vermutlich nicht die Einzige, die den Eindruck hat, dass wir zurzeit grundlegende Veränderungen durchleben. Unbestritten hat sich seit den Vorfällen in der Silvesternacht  das Sicherheitsgefühl vieler Menschen in Deutschland geändert:  Die Absatzzahlen von Pfefferspray sind explodiert und vielerorts auch die Zahl der Anträge auf den so genannten kleinen Waffenschein. Auch wenn Polizeibehörden vermelden, dass sich objektiv die Sicherheitslage nicht verschlechtert habe – die Angst geht um.

Angst ist ein schlechter Berater – aber vielleicht ein gutes Verkaufsargument?

Im Hundewesen fürchte ich, dass so manche Hundetrainer oder –Ausbilder auf die Idee kommen, jetzt Kasse zu machen mit der gezielten Ausbildung des Hundes zum „Familien-Beschützer“ zu machen. Gott sei Dank ist der Einsatz von Hunden gegen Menschen sowie und die dazugehörige Ausbildung gesetzlich reglementiert, so dass – sofern es sich um ein seriöses Angebot handelt – die Ausbildung darauf abzielen wird, dass der Hund durch spezielle Signale und Handlungen des Hundehalters dritte Personen abhält bzw. abblockt. Beißhandlungen sollten bei einer solchen Ausbildung keinesfalls vorgesehen sein, und der gut ausgebildete Hund wird nur auf Aufforderung seines Zweibeiners aktiv werden.

Und was passiert, wenn er nicht gut ausgebildet ist?

Wir haben schon genug Hunde, denen es an einer gesellschaftsfähigen Grunderziehung mangelt, wobei der Hund oft nichts dafür kann, aber dem Zweibeiner am anderen Ende der Leine fehlt das Bewusstsein, die Zeit oder schlicht der Wille, etwas daran zu ändern. Ein „scharf gemachter“ Wachhund in den Händen einer solchen Person? Was ist, wenn dieser Mensch in Stresssituationen völlig überreagiert? Ich habe vor Jahren schon einmal miterleben müssen, wie eine überforderte Hundebesitzerin meinem Mit-Gassigänger eine Ladung CS-Gas ins Gesicht gesprüht hat – weil sie angesichts seiner fünf mitgeführten Hunde in Panik geriet und völlig ausrastete.

Ich denke leider, dass vielen die persönliche Eignung fehlt, eine Waffe beziehungsweise ein Abwehrspray als Waffe zu führen. Die allermeisten werden in einer Stress-Situation nicht nur seltsam, sondern mangels Training auch nicht schnell genug reagieren können, so dass die Waffe sogar gegen sie selbst gerichtet werden kann. Viele unterschätzen auch, dass sie sich mit Abwehrsprays bei ungünstigen Windverhältnissen selbst verletzen können. Es stehen eventuell auch juristische Konsequenzen an, denn je nach Wirkstoff des Abwehrsprays könnte man schon allein durch das Mitführen gegen das Waffengesetz verstoßen haben. Es winken empfindliche Strafen. Wenn aber schon bei Abwehrspray etliche Gefahren drohen, was mag es dann für Unwägbarkeiten geben, wenn ein Lebewesen mit eigenen Emotionen als Waffe eingesetzt werden soll?

Es wird auch viele Situationen geben, in denen der Hund üblicherweise nicht dabei sein wird, beispielsweise nach dem Theaterbesuch auf dem Rückweg zum Parkplatz. Wer ein erhöhtes Schutzbedürfnis hat, trainiert vielleicht besser seine eigenen Kompetenzen: Einerseits bei aller Aufgeregtheit einen klaren Kopf zu bewahren und andererseits – sofern denn nötig –  einen guten Selbstverteidigungskurs zu absolvieren.

Mein Partner Hund

Unser moderner Familienhund hat längst andere Aufgaben als noch zu den „Zwingerhaltungszeiten“, er ist unser Alltagsbegleiter, Kuscheltier und vierbeiniges Familienmitglied. Er muss sich in so vielen Situationen bewähren, ob ihm das Kleinkind am Schwanz zieht, er auf den Christkindlmarkt mitgeschleppt und dort permanent von Fremden auf den Kopf getätschelt wird oder viele andere unangenehme Situationen, die wir ihm oft unbewusst so zumuten. Die Zeiten, in denen Hunde mit Druck und oft auch Schmerzen erzogen wurden, gehen glücklicherweise allmählich zu Ende, und ich hoffe von Herzen, dass jetzt nicht wieder auf der Welle der Panikmache in Hinterhöfen oder auf dubiosen Hundeplätzen freundliche Familienhunde „scharf gemacht“ werden.

Lasst Eure vierbeinigen Freunde doch weiterhin die bisherige Rolle weiterspielen – in der Regel wird ein mitgeführter Hund allein schon Abschreckung genug sein. Auch kleine Hunde können ganz schön laut bellen, und tatsächlich böse Menschen werden keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen! Wie immer – die Verantwortung zum Umgang mit unserer Umwelt liegt bei uns selbst, also sollten wir uns nicht auf Hilfsmittel verlassen, sondern an uns selbst arbeiten!

Manuela Klemz

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen in meiner Citicon-Kolumne, Ausgabe Nr. 55. Auch online nachzulesen unter  http://issuu.com/citicon/

 

Einfach mal loslassen…und zwar mit Freude!

Nach meinem Geschichtsstudium hatte ich ernsthaft erwogen, Archivar zu werden. Ich sah mich schon – jetzt einmal ein Vorurteil pflegend – mit Dutt und Nickelbrille in einem großen Archiv, umgeben von vielen alten Dingen, die sorgfältig registriert, gepflegt und bewahrt werden sollen. Ich habe diesen Berufsweg zwar nicht eingeschlagen, dennoch haben sich in unserem Haushalt inzwischen viele, viele Dinge angesammelt, die im Alltag nicht mehr wirklich häufig verwendet werden. Zugegeben: Das hat vermutlich ganz wenig mit meinem früheren Berufswunsch zu tun.

Kürzlich habe ich angefangen, diese Sachen systematisch zu verschenken oder für wenig Geld im Internet anzubieten. Zunächst war der Gedanke etwas merkwürdig, dass künftig mir völlig fremde Menschen beispielsweise unseren aussortierten Weihnachtsschmuck in ihrer Wohnung stehen haben werden. Die Kontakte selbst sind aber sehr nett, und so gebe ich gerne auch noch mal eine Kleinigkeit dazu, beispielsweise eine kleine Weihnachtsfigur. Das macht mir beim Einpacken richtig Freude und auch die Reaktion der Empfänger sind äußerst „Herz erwärmend“.

Nun mag sich mancher fragen, ob sich das alles lohnt, wie viel ich damals dafür bezahlt habe und wie wenig ich nun dafür bekomme – aber diese Frage stelle ich mir erst gar nicht: Ja, irgendwann habe ich einmal Geld dafür bezahlt und eine Zeit lang auch Freude an diesen Sachen gehabt, wenn sie nun anderen Menschen noch Freude bereiten – umso besser! Vieles ist doch zu schön, um es einfach in den Müll zu werfen, und ich leiste hiermit einen kleinen Beitrag zu weniger Abfall und in gewisser Weise auch zu mehr Nachhaltigkeit. Letztlich kann ich mit Erlösen aus diesen Verkäufen wieder soziale Projekte,  Tierheime in unserer Region oder das von uns so geschätzte Hundealtersheim der Dogworld-Stiftung unterstützen. Ein schöner Kreislauf, finden Sie nicht?

Auch jenseits von Materiellem kann es sehr gut tun, sich von manchem zu trennen, von Idealvorstellungen, schlichtweg unerfüllbaren Zielen oder auch Ansprüchen an sich und Andere, aber dazu demnächst mehr. Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie inklusive tierischen Mitgliedern nun erst einmal eine schöne restliche Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und vieleicht auch die Gelegenheit, etwas loszulassen – denn das schafft oft Platz für etwas Neues, Schönes im Leben!

Dieser Text ist in ähnlicher Form erschienen in meiner Citicon-Kolumne, Ausgabe Nr. 54.

BARFen – leider nicht immer gesund.

Nun, wer mich kennt, weiß um meine kritische Haltung gegenüber BARFen, seitdem es in Mode gekommen ist und leider oft nicht ausreichend ernst genommen wird mit der Zusammensetzung. Haarsträubend, was mir von begeisterten Hundehaltern schon alles erzählt wurde, wie sie ihren Hund „barfen“ – und dann bekommt das wehrlose Tier eine völlig unausgewogene Nahrung. Verhaltensveränderungen habe ich ebenfalls im Einzelfall bei gebarten Hunden feststellen können, und ich befürchte, dass in einigen Jahren auch z. B. Nierenschäden durch einseitig übermäßige Fütterung mit zu hohem Fleischanteil entdeckt werden.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass auch nicht jeder Hund das Barfen gut verträgt, denn jeder Organismus verstoffwechselt anders. Außerdem sind bei Frischfleisch sehr genaue Hygienevorschriften zu befolgen und Kühlketten durchzuhalten, Stichwort Salmonellen, Bakterien, etc. Und wenn ich dann manche „Kühltruhe“ sehe, wird mir ganz anders. Nichts gegen das Barfen, wenn es fachkundig oder mit fachkundiger Unterstützung gemacht wird, aber konventionelle Tiernahrung verteufeln und dann mehr Schaden anrichten, der mit einem guten Fertigfutter nicht passiert wäre, ist doch sicher auch nicht im Sinne der Tierliebhaber, oder? Außerdem habe ich leider den Verdacht, dass der immense Anstieg der BARF-Shops der Branche nicht gut tut: Wir sind selbst Händler, aber wir lassen die Finger von Bereichen, in denen wir nicht fachkundig sind!

 

P.S.: Mit BARF wird umgangssprachlich eine Fütterungsmethode bezeichnet, die besonders natürlich sein soll, da die Rohstoffe unbehandelt verabreicht werden. Die Abkürzung wurde im Lauf der Zeit unterschiedlich verwendet:

  • „Born-Again Raw Feeders“ (‚wiedergeborene Rohfütterer‘)
  • „Bones And Raw Foods“ (‚Knochen und rohes Futter‘)
  • „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“

Der Nutzen ist umstritten und BARF-Diskussionen werden oft sehr emotional geführt; Tierärzten, die aufgrund Mangelerscheinungen an behandelten Patienten vor einer (unausgewogenen) Rohfütterung warnen, wird zuweilen unterstellt, veraltete Ansichten zu haben oder nur das eigene Tierarztfutter verkaufen zu wollen, gleiches gilt für das konventionelle Fertigfutter, das – so manche BARF-Verfechter – durchgängig nur aus „Schrott“ bestehe und den Hund „vergifte“. Bei manchen Nahrungsmittelallergien hat die Umstellung auf frisch zubereitetes Futter allerdings auch schon große Erfolge gebracht. Wie immer ist wohl das Beste der goldene Mittelweg, das Einschalten von Sachkunde und Weglassen von Pauschalisierungen…

Facebook-Nutzern empfehle ich, einen Blick auf die Facebook-Seite der Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit zu werfen; hier gibt es meiner Einschätzung nach einige sehr ausgewogene und informative Artikel pro und contra Rohfütterung.

Manuela Klemz

Leben in einer anderen Welt

CIT-52_62_Hunde_LaySolche Situationen durchleben Hundebesitzer leider immer wieder: In der aktuellen Citicon-Ausgabe gibt es um Begegnungen der anderen Art mit „Träumerle-Hundebesitzern“, denen es oft einfach nicht gelingt, sich in die Lage anderer zu versetzen. 

Obwohl Labradore und Golden Retriever ja ursprünglich als Jagdhunde gezüchtet wurden, gelten sie als sehr geeignete „Familienhunde“ – Millionen glückliche Besitzer auf dieser Welt werden bestätigen können, was wir auch im Pensionsalltag immer wieder feststellen: Vertreter dieser beiden Rassen sind im allgemeinen sehr verträglich mit anderen Menschen und Hunden, sie sind lebensfroh und man muss sie mit ihrem bezaubernden Wesen… (weiterlesen)

Citicon, Ausgabe 52: „Leben in einer anderen Welt“